Bohnenkunde

Arabica oder Robusta?

Von Patrik

Geröstete Kaffeebohnen in Nahaufnahme

In diesem Beitrag

Einfach erklärt

Fast jeder Kaffee auf der Welt stammt von zwei Pflanzenarten: Arabica und Robusta. Man kann sie sich wie zwei Geschwister vorstellen. Arabica ist der feine, aromatische Typ mit mehr Süße und etwas Säure. Robusta ist der kräftige Typ mit mehr Koffein, mehr Bitterkeit und einer schönen, dichten Crema.

Keiner von beiden ist automatisch besser. Viel wichtiger als die Art ist die Qualität der Bohne. Ob Arabica oder Robusta: Den Unterschied macht, ob es Spezialitätenkaffee ist oder Massenware. Viele gute Espressomischungen kombinieren beide Arten, damit der Kaffee aromatisch und kräftig zugleich wird.

Robusta oder Canephora: was ist richtig?

Botanisch heißen die beiden Arten Coffea arabica und Coffea canephora. „Robusta“ ist die bekannteste Varietät der Canephora und hat sich als Name für die ganze Art eingebürgert. Wenn auf einer Packung Canephora steht, ist also Robusta gemeint.

Die Unterschiede auf einen Blick

ArabicaRobusta (Canephora)
Koffein (Richtwert)ca. 1,2 bis 1,5 %ca. 2,2 bis 2,7 %
Zuckermehrweniger
Ölemehrweniger
Chlorogensäurewenigermehr
Anbauhöheca. 600 bis 2.200 mca. 0 bis 800 m
Chromosomen4422
Bestäubungbestäubt sich überwiegend selbstbraucht Fremdbestäubung
HeimatHochland im Südwesten ÄthiopiensRegenwälder in West und Zentralafrika
Anteil an der Welternte 2026/27ca. 56 %ca. 44 %

Die Werte sind Richtwerte für Rohkaffee. Je nach Sorte, Herkunft und Messmethode schwanken sie deutlich. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift European Food Research and Technology nennt zum Beispiel 0,7 bis 1,6 % Koffein für Arabica und 1,5 bis 4,0 % für Robusta. Die Richtung ist aber immer gleich: Robusta hat deutlich mehr Koffein.

Geschmack: fein gegen kräftig

Arabica enthält mehr Zucker und mehr Öle. Das macht ihn vielschichtig, oft fruchtig, blumig oder süßlich, mit einer feinen Säure. Pur getrunken zeigt er seine Aromen am besten.

Robusta hat etwa doppelt so viel Koffein und mehr Chlorogensäure, die zur Bitterkeit beiträgt. Er schmeckt kräftiger, herber und oft schokoladig oder nussig, hat mehr Körper und sorgt im Espresso für eine dichte, stabile Crema. Mit Milch setzt er sich gut durch.

Inhaltsstoffe
Was steckt in der Bohne?
ArabicaRobusta
Koffein
ca. 1,2 bis 1,5 %
ca. 2,2 bis 2,7 %
Zucker
mehr
weniger
Öle
mehr
weniger
Chlorogensäure
weniger
mehr
Richtwerte für Rohkaffee. Sie schwanken je nach Sorte, Herkunft und Messmethode, die Richtung bleibt gleich.

Woher die beiden Arten kommen

Arabica ist eine natürliche Kreuzung aus zwei Kaffeearten: Coffea canephora und Coffea eugenioides. Dabei hat sich der Chromosomensatz verdoppelt, deshalb hat Arabica 44 Chromosomen statt 22. Seine Heimat ist das Hochland im Südwesten Äthiopiens. Weil sich Arabica überwiegend selbst bestäubt, ist er genetisch sehr einheitlich. Das macht ihn empfindlicher gegenüber Krankheiten und Klimaveränderungen.

Canephora wächst ursprünglich in den Regenwäldern West und Zentralafrikas, von Guinea bis Uganda. Die Pflanze kann sich nicht selbst bestäuben und ist genetisch vielfältiger. Sie gilt als widerstandsfähiger, daher auch der Name Robusta. Das höhere Koffein wirkt für die Pflanze zusätzlich als Schutz vor Schädlingen.

Anbau: Höhenlage gegen Widerstandskraft

Arabica wächst in höheren Lagen mit gleichmäßigem Klima. Je höher und kühler, desto langsamer reifen die Kirschen, und desto mehr Zeit hat das Aroma, sich zu entwickeln. Robusta wächst auch im Flachland und in wärmeren Regionen und bringt dort verlässliche Erträge.

Anbau
Wo wächst was?
ArabicaRobusta
Arabica: ca. 600 bis 2.200 m
Robusta: ca. 0 bis 800 m
0 m800 m1.600 m2.400 m
Anteil an der Welternte 2026/27
56 %Arabica
44 %Robusta
Welternte 2026/27: rund 106 Mio. Sack Arabica und rund 84 Mio. Sack Robusta. Quelle: USDA FAS.

Ist Arabica besser als Robusta?

Nicht automatisch. „100 % Arabica“ klingt nach Qualität, ist aber nur eine Angabe zur Kaffeeart. Sie sagt nichts darüber, wie sorgfältig angebaut, geerntet, aufbereitet und geröstet wurde. Auch billige Massenware kann aus 100 % Arabica bestehen.

Die Brücke zum Spezialitätenkaffee: Qualität schlägt Kaffeeart

Ob ein Kaffee wirklich gut ist, entscheidet nicht die Art, sondern die Qualität der einzelnen Bohne. Genau das misst die Einstufung als Spezialitätenkaffee:

  • Für Arabica gilt das Verfahren der Specialty Coffee Association (SCA): mindestens 80 von 100 Punkten in der Verkostung und höchstens fünf Defekte in 350 Gramm Rohkaffee.
  • Für Robusta gibt es ein eigenes Verfahren des Coffee Quality Institute (CQI). Geschulte Q Robusta Grader bewerten ihn, ab 80 Punkten heißt er „Fine Robusta“.

Für beide Arten gilt: Gute Qualität entsteht auf der Farm. Reife Kirschen werden gezielt gepflückt, die Bohnen sorgfältig aufbereitet, getrocknet und sortiert. Danach wird verkostet und bewertet. Erst wenn das alles stimmt, ist es Spezialitätenkaffee. Eine Mischung aus Arabica und Robusta kann also genauso Spezialitätenkaffee sein wie ein reiner Arabica, wenn die Bohnen die Qualität mitbringen.

Warum gute Mischungen oft beides enthalten

Viele Espressomischungen kombinieren beide Arten ganz bewusst: Arabica bringt Aroma und Süße, Robusta bringt Kraft, Körper und Crema. Je höher der Anteil an Robusta, desto kräftiger und intensiver wird der Kaffee.

So machen wir es auch:

  • Crema N° 063: 75 % Arabica, 25 % Robusta. Mild, ausgewogen, wenig Säure, mit Aromen von Karamell, Nuss und Zartbitterschokolade.
  • Espresso N° 005: 60 % Arabica, 40 % Robusta. Kräftig und vollmundig mit dichter Crema, mit Aromen von Paranuss, Röstaromen und Zartbitterschokolade.

Beide sind Spezialitätenkaffee mit 82 bis 84 Punkten, schonend in der Trommel geröstet in Deutschland. So bekommst du das Beste aus beiden Arten, in geprüfter Qualität statt Massenware. Zu unseren Sorten

Häufige Fragen

Ja, etwa doppelt so viel: rund 2,2 bis 2,7 % gegenüber 1,2 bis 1,5 % bei Arabica.

Robusta. Deshalb ist er in vielen Espressomischungen enthalten.

Ja. Canephora ist der botanische Name der Art, Robusta ihre bekannteste Varietät und der übliche Handelsname.

Ja. Entscheidend ist die Qualität der Bohnen, nicht die Kaffeeart. Auch Robusta wird bewertet und heißt ab 80 Punkten Fine Robusta. Unsere beiden Mischungen erreichen 82 bis 84 Punkte.

Nein. Die Angabe beschreibt nur die Kaffeeart. Über die Qualität sagt erst eine Bewertung etwas aus, zum Beispiel die Einstufung als Spezialitätenkaffee.

Arabica. Für das Erntejahr 2026/27 erwartet das US Landwirtschaftsministerium rund 106 Millionen Sack Arabica und rund 84 Millionen Sack Robusta, also etwa 56 zu 44 Prozent.

Beides funktioniert. Mischungen mit Robusta bringen mehr Körper und Crema, reiner Arabica wirkt feiner. Unsere beiden Sorten passen in Vollautomat und Siebträger. Mehr dazu: Kaffeebohnen für den Vollautomaten.

Quellen

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